Der Lokschuppen (in Sachsen auch häufig Heizhaus genannt) war von 1892 bis zum 14. Januar 1984 in Nutzung zur Beheimatung der Dampflokomotiven der Preßnitztalbahn.
Glücklicherweise blieb das Gebäude nach Stilllegung der Eisenbahn erhalten, obwohl es zunächst keine Nutzung dafür gab und das Bauwerk zur Ruine verkam. Ab etwa 1988 nutzte die Stadt Jöhstadt das Gebäude als Sammelstelle für Sekundärrohstoffe (Altpapier, Flaschen, Gläser), wodurch das Haus wenigstens verschlossen blieb.
Mit Übergabe des Bahnhofsgeländes in Jöhstadt durch den Bürgermeister Günter Baumann im Sommer 1990 an den Verein wurde das Gebäude zum ersten regulären Vereinsdomizil, auch wenn noch fast zwei Jahre intensive Sanierung und Wiederherstellungsarbeiten stattfanden. Mit dem Bahnhofsfest zu Pfingsten 1992 und der gleichzeitigen 100-Jahrfeier der Preßnitztalbahn waren wieder alle drei Stände im Lokschuppen nutzbar und der Aufenthaltsraum der Dreh- und Angelpunkt fast aller Aktivitäten der Vereinsmitglieder, bis 1999 das Bahnhofsgebäude von Jöhstadt übernommen werden konnte.
Im dreiständigen Lokschuppen in Jöhstadt sind die für den aktuellen Betriebseinsatz sowie für Instandhaltungsarbeiten vorgesehenen Lokomotiven beheimatet.
Der Lokschuppen ist ein Fachwerkbau mit Klinkerausmauerung.
Um das historische Erscheinungsbild als Bestandteil der Museumsbahn dauerhaft zu erhalten, sind regelmäßig Unterhaltungsarbeiten erforderlich. Diese werden jedoch behutsam und möglichst ohne sichtbaren Eingriff in das Erscheinungsbild vorgenommen. Soweit möglich, werden Baumaßnahmen genutzt, um das Gebäude dem orginalen Zustand (vor 1984, aber in deutlich besserem Erhaltungszustand) anzunähern.
Folgende Umbaumaßnahmen wurden u.a. vorgenommen:
- Ursprünglich hatte der Schuppen hölzerne Tore. In den letzten Jahren vor der Stilllegung bekam das Gebäude dreiteilige Segmenttore nach Industriestandard der DDR. Diese Tore wurden zunächst saniert, Mitte der 1990er Jahre jedoch wieder durch Holztore analog der originalen Ausführung mit Oberlicht ersetzt.
- Der ursprüngliche Freiabtritt wurde zunächst baulich erweitert und später an dessen Platz (hangseitige Rückwand) durch ein WC mit Anschluss an die Abwasserentsorgung ersetzt.
- Ursprünglich hatte der Lokschuppen keine Heizung, nur Kohleöfen in der Werkstatt und im Aufenthaltsraum. Diese wurden durch Mitte der 1990er Jahre durch eine Gasbrennwerttherme ersetzt.
- Der Wasserhochbehälter war 1990 völlig verschlissen und durchgerostet, auch die tragenden Balken für den Wasserbehälter waren bereits durch Undichtheiten beeinträchtigt worden. Deshalb wurde dieser stählerne genietete Behälter 1991 entfernt. Der dadurch gewonnene Platz wurde als Umkleideraum für die Vereinsmitglieder genutzt. Ab 2020 wurde der Bereich einem Umbau unterzogen und nunmehr wieder mit Wasserbehältern ausgestattet, wozu auch neue Deckenbalken eingezogen werden mussten. Die neuen Behälter können nun wieder Wasser für die Betankung der Lokomotiven speichern.